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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um LOEWE-TRABITA-Sprecher Prof. Felix Hausch publizieren zu Wirkstoffen gegen Stress-Krankheiten

Zwei neue Veröffentlichungen der Arbeitsgruppe von Professor Felix Hausch, v.l.n.r.: Martha Taubert, Sarah Engel, Thomas Geiger, Christian Meyners und Felix Hausch.
© AG Hausch
Zwei neue Veröffentlichungen der Arbeitsgruppe von Professor Felix Hausch, v.l.n.r.: Martha Taubert, Sarah Engel, Thomas Geiger, Christian Meyners und Felix Hausch.

Mit Stress reagiert der Körper auf äußere Reize und Belastungen. Oftmals ist der Stresszustand nur kurzweilig und hilft uns, Gefahren zu erkennen und schnell darauf zu reagieren. Psychische Stressoren wie beispielsweise finanzielle Sorgen, Zeit- oder Leistungsdruck hingegen bleiben häufig über einen längeren Zeitraum bestehen und können langfristig die Gesundheit beeinträchtigen. So können Krankheiten wie Depressionen, Fettleibigkeit, Diabetes oder auch Störungen der embryonalen Entwicklungen durch (anhaltenden) Stress ausgelöst oder befördert werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Professor Felix Hausch, Sprecher des LOEWE-Schwerpunkts TRABITA zeigen in zwei Veröffentlichungen neue Wege für die Behandlung von stressbedingten Erkrankungen auf.

Zum einen untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die beiden Proteine FKBP51 und FKBP52, die sogenannte Stereoidhormonrezeptoren steuern. Das sind Rezeptoren, die unter anderem Stress- und Hormonsignale verarbeiten und damit eine Schlüsselrolle bei stressbedingten Störungen spielen. Die Studien zeigen, dass die Proteine unterschiedlich mit den Rezeptoren agieren. Diese Erkenntnis eröffnet neue Ansätze für die Entdeckung verbesserter Medikamente zur Behandlung von Depressionen, diabetesbedingter Fettleibigkeit oder chronischen Schmerzen.

Wie diese Behandlungswege konkret beschritten werden können, damit befassen sich die Forschenden in der zweiten Veröffentlichung. Konkret steht hier das Protein FKBP51, ein wichtiger Regulator von Stresshormon-Rezeptoren und daher potenzielles Angriffsziel von Therapeutika gegen stressbedingte Krankheiten, im Mittelpunkt. Bisher verfügbare Medikamente docken zwar an dem Protein an, blockieren aber nicht dessen regulatorische Wirkung auf den Rezeptor. Daher haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Hausch ein sogenanntes PROTACs (Proteolysis Targeting Chimeras) für das Protein entwickelt. Damit lässt sich das Protein erstmals in seiner Gesamtheit in lebenden menschlichen Zellen abbauen, anstatt nur seine Aktivität zu hemmen.

Die Erkenntnisse können nun genutzt werden, um die Medikamentenentwicklung gegen stressbedingte Erkrankungen weiter voranzutreiben.