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LOEWE-Spitzenprofessorin, Katharina Höfer, lädt Gewinnerinnen von „Jugend forscht“ für eine Woche ins Labor von SYNMIKRO an die Uni Marburg ein, um gemeinsam zu forschen

Misha Hegde und Mia Maurer, zwei Schülerinnen der 10. und 11. Klasse am Schuldorf, einer Gesamtschule in Seeheim-Jugenheim bei Darmstadt, wurden im Mai dieses Jahres bei „Jugend forscht“ mit dem ersten Preis zu ihrem Projekt, nämlich der Suche nach einer biologischen Methode, mit dem man das „Rhizobium rhizogenes“ bekämpfen kann, ausgezeichnet. Das „Rhizobium rhizogenes“ ist ein Bakterium, das eine Pflanzenkrankheit verursacht, die durch ungehemmtes Wurzelwachstum zum Absterben betroffener Nutzpflanzen und damit zu Ernteverlusten führen kann.
Ein Jahr nach dem Start ihres „Jugend forscht“-Projekts kam der Durchbruch, als die beiden Schülerinnen die Komposterde des Gartens eines Nachbars durchsucht hatten. „In einem Gramm Erde befinden sich über eine Million Phagen“, erläutert Katharina Höfer, LOEWE-Spitzenprofessorin und Wissenschaftlerin am MPI-TM und der Uni Marburg, die die beiden jungen Frauen nach Marburg eingeladen hatte. In diesem „Heuhaufen“ dann die richtige „Stecknadel“ für die Bakterienbekämpfung zu finden, sei eine echte Herausforderung gewesen.
Und die haben Mia und Misha aus Seeheim-Jugenheim mit Bravour bestanden. Und sie konnten „ihren“ Phagen dann sogar unter einem Elektronenmikroskop an der Uni Heidelberg betrachten. Mit ein wenig Entdeckerinnenstolz haben sie die völlig neue Phagenart mit dem Akronym „Mi-Rila“ benannt. Dabei stehen die Buchstaben „Mi“ für ihre beiden Vornamen. „Rila“ bedeutet „Rhizogens infecting lytic agent“, dass der Phage spezifisch ein rhizogenes Bakterium tötet.
Sie fanden heraus, dass der Phage tatsächlich nur das für die Wurzelkrankheit verantwortliche Bakterium angreift, ohne andere nützliche Mikroorganismen zu beeinträchtigen. Langfristig könnte ihr Ansatz eine umweltfreundliche Alternative zu Antibiotika in der Landwirtschaft darstellen.
„Das ist einzigartig und herausragend“, urteilt die Professorin über die Entdeckung, die die beiden 15-Jährigen gemacht haben. Besonderen Respekt zeigt sie dafür, wie Mia Maurer und Misha Hegde verschiedene Forschungsmethoden verknüpft und mit welcher Beharrlichkeit sie ihr Projekt weiter verfolgt haben. „Sie haben Molekularbiologie und Mikrobiologie verstanden. Zudem haben sie den gesellschaftlichen Nutzen ihrer Forschung gesehen und echten Entdeckergeist verspürt“, sagte Höfer im Gespräch mit der Oberhessischen Presse in Marburg.
„Es ist ganz wichtig zu zeigen, dass man schon in jungen Jahren erfolgreich Wissenschaft machen kann“, freut sich die Professorin über den Erfolg und die Wissbegier der beiden 15-Jährigen. „Es macht jetzt schon Spaß, mit den beiden zu arbeiten“, sagt sie. Und vielleicht schlagen die beiden in ein paar Jahren auch eine Forscherinnen-Karriere ein.
Link zur Pressemitteilung der Universität Marburg: https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2025/jugendforschtanuni-1