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Europäischer Forschungsrat fördert Vorhaben mit „Proof of Concept“-Grants: Drei Projekte an der TU Darmstadt für drei Wissenschaftler aus ehemaligen und aktuellen LOEWE-Projekten

Drei Wissenschaftler alle von der TU Darmstadt, die zudem alle auch Wissenschaftler bei ehemaligen oder laufen LOEWE-Schwerpunkten sind (Prof. Leopoldo Molina-Luna: LOEWE-FLAME, Prof. Ahmad-Reza Sadeghi: LOEWE-CASED und Prof. Thomas Burg: LOEWE-MultiDrug-TDM) werden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem „Proof of Concept“-Grant ausgezeichnet. Die ausgewählten Projekte zu Elektronenmikroskopie, biomedizinischer Forschung und zur Sicherheit beim Austausch von Chip-Bauplänen erhalten über einen Zeitraum von 18 Monaten je 150.000 Euro. Ziel der Förderung ist es, Forschungsergebnisse in die praktische Anwendung zu überführen.
In der aktuellen Förderrunde hat der ERC alle der beantragten Projekte der Forschenden der TU Darmstadt ausgewählt: „CALIBRATE“ von Professor Leopoldo Molina-Luna (Fachbereich Material- und Geowissenschaften), „cryo-iLM“ von Professor Thomas Burg (Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik) und „MIRAGE“ von Professor Ahmad-Reza Sadeghi (Fachbereich Informatik).
[…] „Ich gratuliere den Kollegen Molina-Luna, Burg und Sadeghi ganz herzlich zu ihren Erfolgen. Sie zeigen einmal mehr, welche nachhaltige Innovationskraft die TU Darmstadt entfaltet.“
Projekt „CALIBRATE“, Professor Leopoldo Molina-Luna
„CALIBRATE“ (Chip-based Accurate eLectron Intensity Beam Readout for Advanced TEM Experiments) entwickelt einen neuen Kalibrierungsstandard für die Transmissionselektronenmikroskopie – einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Materialforschung. Damit Messergebnisse zuverlässig und vergleichbar sind, muss die Intensität des Elektronenstrahls am Untersuchungsort exakt bekannt sein.
Projekt „cryo-iLM“, Professor Thomas Burg
Bisherige Mikroskopieverfahren stoßen bei lebenden Zellen schnell an Grenzen: Bewegung, Lichtempfindlichkeit und fortlaufende biologische Veränderungen erschweren hochauflösende Untersuchungen. Ein Schockgefrieren in Sekundenbruchteilen kann dieses Problem lösen, jedoch sind heutige Lichtmikroskope bei tiefen Temperaturen in ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Hier setzt das Projekt „cryo-iLM“ von Professor Thomas Burg an, Mitglied des Forschungsfelds Matter and Materials (M+M).
Projekt „MIRAGE“, Professor Ahmad-Reza Sadeghi
Computerchips bestehen heute aus vielen IP-Bausteinen, die Firmen austauschen – praktisch für die Entwicklung, aber riskant: Künstliche Intelligenz kann solche Designs immer besser erkennen und kopieren. Das Projekt „MIRAGE“ setzt genau hier an: Es verändert den RTL-Code – die Beschreibungssprache für Chip-Schaltungen – automatisch so, dass er funktional exakt gleichbleibt, für KI-Systeme aber kaum wiederzuerkennen ist. So können Unternehmen ihre Designs sicherer teilen, ohne Geschäftsgeheimnisse preiszugeben.
Mit „Proof of Concept“-Grants soll die Kontinuität von hochkarätiger Forschung sichergestellt werden. Gefördert werden hier nicht neue Projekte, sondern ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits einen ERC-Grant innehaben und ein Forschungsergebnis aus ihrem laufenden oder abgeschlossenen Projekt vorkommerziell verwerten möchten. Ziel eines „Proof-of-Concept“-Projektes soll es sein, das Marktpotenzial einer solchen Idee zu überprüfen. Der ERC finanziert hiermit also keine Forschungsaktivitäten, sondern Maßnahmen zur Weiterentwicklung im Hinblick auf die Anwendungsreife, Kommerzialisierung oder Vermarktung einer Idee. In der jüngsten Förderrunde wurden 182 Grants vergeben, 554 Anträge waren eingereicht worden. Nach Deutschland gingen dabei 31 der begehrten Förderungen, davon vier an die TU München und jeweils drei an die TU Darmstadt sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.