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Abstimmung zur „Molluske des Jahres 2021“ eröffnet – Das „Gewinnertier“ wird am LOEWE-Zentrum Translationale Biodiversitätsgenomik sequenziert

Kubanische Landschnecke Polymita picta.
© Bernando Reyes-Tur
Kubanische Landschnecke Polymita picta.

Eine Molluske – was ist das überhaupt? Mollusken sind wirbellose Tiere mit weichen Körpern. Dazu zählen beispielsweise Schnecken, Muscheln oder auch Tintenfische. Obwohl Weichtiere zu den in ihren Erscheinungsformen vielfältigsten Lebewesen mit dem zweitgrößten Tierstamm gehören, sind sie weitgehend unerforscht. Mollusken haben sich bereits vor 500 Millionen Jahren entwickelt und dennoch gibt es immer noch zu wenig Informationen, die es der Forschung ermöglichen, Evolution, Anpassung und Verhaltensmuster zu erklären.

 

Um diese Wissenslücke zu schließen wurde das Projekt „Molluske des Jahres 2021“ ins Leben gerufen. Molluske sollen so bekannter gemacht und die Forschungsarbeiten an der Tiergruppe unterstützt und gefördert werden.

Nachdem Ende Dezember 2020 dazu aufgerufen wurde, seine „Lieblingsmolluske“ zu nominieren stehen nun fünf Kandidaten fest:

  • Der Chiton, auch Käferschnecke genannt, lebt in den Gezeitenzonen Neuseelands, existiert bereits seit 400 Millionen Jahren und kann im Gegensatz zu anderen Käferschneckenarten über längere Zeit an der Luft überleben. Mit ihrer Schlangenhaut und den acht farbigen und skulpturierten Einzelplatten sieht sie auf dem ersten Blick nicht aus wie eine Schnecke.
  • Das Posthörnchen oder der Widderhornkolmar leben in den Meeren tropischer und subtropischer Regionen in einer Wassertiefe von 100 bis 1000 Metern. Diese Art Tintenfisch schwimmt im Kopfstand und wurde 2020 erstmals auf Video festgehalten.
  • Die Kubanische Landschnecke ist berühmt für ihre leuchtenden Schalenfarben und ihrem rätselhaften Liebespfeil, mit dem Paarungspartner gestochen werden. Leider ist die wohl am schönsten gefärbte Schneckenart mit Häusern in gelb, braun, rot, grün, weiß, schwarz oder orange vom Aussterben bedroht. 
  • Der Große Argonaut ist ein pelagischer Oktopus, der im Mittelmeer vorkommt und als Astronaut der Meere betrachtet wird. Im Gegensatz zu anderen Oktopussen bewegt sich der Große Argonaut weniger am Meeresgrund als an der Meeresoberfläche.

 Bis 31. Januar 2021 kann auf der Website des LOEWE-Zentrums TBG für die „Molluske des Jahres 2021“ abgestimmt werden. Eine internationale Jury bestehend aus Wissenschaftler:innen des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt, des LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) und der weltweiten Gesellschaft für Molluskenforschung (Unitas Malacolgica) hat die oben beschriebenen fünf Weichtierarten aus mehr als 120 öffentlichen Nominierungen ausgewählt, die für den Titel kandidieren. Das Gewinner-Tier bekommt das gesamte Erbgut entziffert.

Der Gewinner wird am 1. Februar 2021 bekannt gegeben.